Diabetes im Reich der Mitte

nicht nur ein Kongressbericht
von A. Wirz-Ridolfi

Zusammenfassung: In der Volksrepublik China nimmt Adipositas und damit auch Diabetes Typ 2 epidemische Ausmasse an. In Zahlen ausgedrückt sind 250 Millionen Chinesen zu schwer (BMI > 25), was 25 % der Übergewichtigen der Welt entspricht. Ausserdem werden persönliche Eindrücke des Autors von der 4.Internationalen Konferenz zur Behandlung von Diabetes mit Traditioneller Chinesischer Medizin und vom modernen China wiedergegeben.

Schlüsselwörter: Adipositas und Diabetes in China, Zusammenarbeit zwischen der Beijing University of Chinese Medicine BUCM – und der Europäischen Akademie für Traditionelle Chinesische Medizin EATCM erwünscht.

Summary: Obesity and coupled with it Diabetes Type 2 is assuming epidemic proportions in the Peoples Republic of China. In figures: 250 million chinese have a body mass index of more than 25, which corresponds to 25 % of the worlds obese. The author also reports about the 4th International Conference on Treatment of Diabetes with TCM and his personal impressions of modern China.

Keywords: Obesity and Diabetes in China, Cooperation between the Beijing University of Chinese Medicine BUCM and the European Academy for Traditional Chinese Medicine desirable.

Vom 8. bis 9.8.2009 trafen sich gegen 500 Teilnehmer in Beijing zur 4.Internationalen Konferenz „Behandlung von Diabetes mit Traditioneller Chinesischer Medizin“. Der Kongress wurde organisiert von Prof. Tong Xiaolin, dem Chefarzt der Diabetesabteilung des Guang’an Men Hospitals in Beijing.

Mir fiel die Ehre zu, gemeinsam mit Yan Glitsch-Kong, die EATCM an diesem wichtigen Anlass zu vertreten. Zu meinem Glück hielt sich Yan, die ja an der Beijing University of Chinese Medicine graduiert hat, exakt zu dieser Zeit auf Elternbesuch in der Hauptstadt auf, sodass wir sie als meine persönliche Dolmetscherin akkreditieren konnten. Ihre Mitarbeit war unendlich wertvoll, nicht nur für die exakte Übersetzung meines Vortrages „Diabetesbehandlung mit frequenzmoduliertem Laser“, sondern auch zur Vermittlung von Kontakten für zukünftige Zusammenarbeit an der BUCM. Wir hatten Gelegenheit, bei Prof. Wang, der an der BUCM zuständig ist für akademische Austauschprojekte mit dem Ausland, die Methode Nogier/Bahr und den RAC vorzustellen. Er zeigte sich sehr interessiert, einerseits Ärzte in dieser Methode in Europa ausbilden zu lassen, aber auch Referenten nach China einzuladen. Eine Gelegenheit, die sich unsere Akademie keinesfalls entgehen lassen sollte! Hao xie xie ni, Yan! Von den 31 Referenten stammten gerade 4 nicht aus China, sodass ich das Vergnügen hatte, 27 Vorträge ohne Übersetzung auf Chinesisch anzuhören. Meine Übersetzerin informierte mich allerdings, dass die Referate sehr vielseitig waren und den neusten Stand der Forschung zur Behandlung des Diabetes mit TCM wiedergaben. Ein Redner kam aus Ontario, er sprach über die Wirkung von Ginseng bei Diabetes. (Canada ist weltweit das grösste Ginseng-Anbaugebiet). Eine Delegation kam aus Rumänien: Prof. Ionescu referierte über den Effekt pflanzlicher Medizin auf die Beta-Inselzellen bei diabetischen Patienten und Prof. Chukwudi über Akupunktur bei peripherer Neuropathie. Eine kleine Anekdote: Mein Freund Lawrence Chukwudi ist unverkennbar kohlrabenschwarzer afrikanischer Abstammung aus Nigeria und blieb nach dem Studium in Bukarest. Er stellte sich mir vor: „ I am from Romania“ – worauf ich spontan erwiderte: „Yes, I can see that“ – und wir beide konnten darüber herzlich lachen!

Das Thema des Kongresses „Diabetesbehandlung mit TCM“ entspricht einer dringenden Notwendigkeit, nimmt doch insbesondere der Typ 2 Diabetes in China laut einer Publikation im Medical Journal of Australia aus dem Jahre 2003 geradezu epidemische Ausmasse an. Im 21.Jahrhundert soll es in China jedes Jahr 1 Million neue Diabetesfälle geben, im Jahr 2010 insgesamt 290 Millionen chinesische Diabetiker. Auch in China essen die Leute immer mehr und bewegen sich immer weniger. Früher war in China nur der Mi leh Buddha wirklich fett, heute verlassen insbesondere die Jugendlichen in den Städten die traditionelle gesunde chinesische Küche und stürzen sich – wie überall – auf Junk food. McDonalds und Kentucky Fried Chicken auch in Beijing an jeder Ecke! Die höchste Diabetes Rate findet sich laut „Shanghai Daily“ vom November 2006 in der Stadt Shanghai mit 8,6 % der Bevölkerung, was 1,2 Millionen Diabetiker ergibt. Hauptrisikofaktor ist – wie erwähnt – das Übergewicht. 14,7% aller Chinesen sind übergewichtig (BMI > 25), weitere 2,6 % sind adipös (BMI > 30), also sind 17,3 % der chinesischen Bevölkerung zu schwer. Prozentual gesehen geht das ja noch, aber in absoluten Zahlen ist das doch recht beeindruckend: das ergibt nämlich 250 Millionen dicke Chinesen. Wie sehen die vergleichbaren Zahlen in der Schweiz und weltweit aus?
Von den 7,7 Millionen Einwohnern der Schweiz bringen 26% oder 2 Millionen einen BMI > 25 auf die Waage. Nota bene: in den USA sind mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig! Weltweit sind von den 6,5 Milliarden Erdenbewohnern 1 Milliarde oder 15,4% zu schwer, was bedeutet dass es auf dem ganzen Globus erstmals mehr Übergewichtige als Hungernde gibt! Statistiker haben errechnet, dass ein BMI > 30 die Wahrscheinlichkeit 30 mal erhöht, an Diabetes zu erkranken, ein BMI > 45 reduziert gar die Lebenserwartung um 20 Jahre. Leider schreitet diese Entwicklung auch in China in einem alarmierenden Ausmass voran: Data einer nationalen Studie über die Gesundheit von Schulkindern in China zwischen 7 und 18 Jahren zeigen, dass sich zwischen 1985 und 2000 die Prävalenz des Übergewichtes 28 mal vervielfacht hat.

Anschliessend an den Kongress nahm ich mir noch eine Woche Zeit, Beijing und Umgebung auf eigene Faust zu erkunden und in den chinesischen (Grosstadt-) Alltag einzutauchen. Mit der zur Olympiade erstellten Untergrundbahn geht das problemlos. Mit den pünktlichen, klimatisierten Zügen fährt man für ein paar Yuan von einer blitzsauberen Station zur andern. Und die Touchscreen Billett-Automaten sind einfacher zu bedienen als diejenigen der Basler Verkehrsbetriebe.

An mehreren Tagen begleiteten mich zwei pummelige Studentinnen der BUCM, deren eine perfekt Amerikanisch sprach. Auf meine Frage, ob sie denn in den USA gewesen sei, antwortete sie: Nein, sie schaue Fernsehen. Ich: Was denn? Etwa „Sex in the City“ und „Desperate House Wives“? Sie: „Genau!“ Offenbar kann man auch so Sprachen lernen. Dank meinen Begleiterinnen konnte ich Einblicke gewinnen, die auf keinem Touristenprogramm erscheinen. Ganze alte Stadtquartiere, die typischen Hutongs, werden abgerissen, um modernsten Hochhäusern Platz zu machen. Teilweise werden zumindest die Fassaden in Disneyland Manier wieder aufgebaut. Wimmelten bei meinem letzten Aufenthalt vor 17 Jahren die Strassen von im blauen Mao-Look gewandeten Radfahrern, die wild durcheinander kurvten, so durchziehen heute 10-spurige Autobahnen voll westlicher Luxusmarken die Stadt. Wer eine Strasse überqueren muss, rennt um sein Leben, Rotlichter gelten höchstens als milde Empfehlung. Man sieht: China ist spätestens seit der Olympiade 2008 in der Neuzeit angekommen – und hat, dank dem Lerneifer und der Disziplin der Jugend, den Westen längst überholt.

Anschrift des Verfassers:
Dr.Andreas Wirz-Ridolfi
Medi-China Center
Rebgasse 24
4153 Reinach

Prof. Tong, umrahmt von der Schweizer Delegation

Chang cheng, die grosse Mauer bei Mutianyu

Vergleich zwischen intravenöser
und verschiedenen transcutanen Laserblutbestrahlung

Zusammenfassung

Anhand von 100 Messungen wird  der Einfluss von vier verschiedenen Formen von Laserblutbetrahlung auf das Energiefeld (Polfeld) des Menschen untersucht. Verglichen wird die intravenöse Laserblutbestrahlung (20 Minuten, roter Laser) mit der transcutanen in der Kniekehle (popliteal) (20 und 30 Minuten, infrarot), der transmucösen sublingualen Blutbestrahlung mit rotem Laserlicht und der transmucösen sublingualen Blutbestrahlung (20 und 30 Minuten), bichromatisch mit blauem und rotem Laserlicht).
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